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Ich war noch nie in New York. Aber ich habe schon so viele Fotos und Filme über New York gesehen, schon so viele Geschichten gehört, dass ich eine ziemlich gute Vorstellung davon habe, wie es in New York wohl ist. Ich nenne das Kopfkino. 

 

Um das Kopfkino in Gang zu setzen, gibt es noch andere Möglichkeiten als Reisen, Filme oder Bücher. Zum Beispiel Karten. Karten enthalten unter anderem Informationen zum Geländeprofil, zur Vegetation, zu Gewässern und menschengemachter Infrastruktur. Der einzige Zweck dieser Informationen ist es, das Kopfkino der Kartenleser mit Fakten zu füttern. Die Fantasie des Kopfkinos verarbeitet die Fakten zu einem Bild von der Welt, zumindest eines kleinen Teils der Welt, nämlich jenem, der in der Karte dargestellt ist. 

 

Genau das versuche ich in meiner Arbeit. Allerdings befreie ich mein Kopfkino mit Hilfe der Malerei aus der Isolation meines Gehirns und entwickle gemeinsam mit der Karte eine möglichst glaubhafte visuelle Version eines bestimmten Territoriums, das durch die Karte bestimmt wird.  Ich suche in meinen Bildern nicht nach der schönen Aussicht, einem besonderen Licht oder einer romantisch geschönten Landschaft. Ich suche nach dem Typischen, der Quintessenz einer Landschaft oder zumindest nach dem, was mein Kopfkino dafür hält. Ich recherchiere nicht, ich beschränke mich auf die Informationen der Karte und auf das, was ich über die Welt zu wissen glaube. Glaubwürdigkeit ist mir wichtig. Meine Landschaften sind absolut fiktiv, aber sie beruhen auf belegbaren Fakten. Wenn mir gelingt, was ich erreichen möchte, dann könnte man meine Bilder als subjektiven Realismus bezeichnen. 

I’ve never been to New York City. But I’ve been seen so many photos, read so many stories and watched so many films about New York that I have a pretty good idea of New York in my mind. I call it Kopfkino, or mind-cinema.

 

Other than travel, movies or books, maps also offer a good starting point to set one’s mind-cinema in motion.  Maps contain information on terrain profile, vegetation, bodies of water and man-made infrastructure. The sole purpose of this information is to feed the map reader’s mind-cinema with facts. The imagination of the mind-cinema processes the facts into a picture of the world, at least that small part of the world that the map represents. 

 

That’s exactly what I’m trying to do with my work. However, with the help of painting, I free my mind-cinema from the isolation of my brain and develop, together with the map, a credible visual version of a certain territory that is determined by the map. In my paintings I’m not looking for a beautiful view, a special light or a romantically beautified landscape. I’m looking for the typical, the quintessence of a landscape, or at least what my mind-cinema thinks it is. I don’t need other research and I don’t need to travel to the location; I limit myself to the information provided on the map and add to it only what I know about the world. Credibility is important to me. My landscapes are fictitious landscapes, and yet they are based on verifiable facts. If I succeed in what I want to achieve, then you could describe my paintings as subjective realism.